Die Sogenannten Gefahren der Einweihung

GA 56/1907-12-12/p032 ·1907-12-12 · original (original)
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Was hier schon beim gewöhnlichen Theosophen auftritt, das kann um so mehr beim Schüler auftreten. Bei ihm treten die Fehler, die auf dem Grunde seines Wesens vorhanden sind, wenn er sein freies Urteil gewinnen muß — und das muß er gewinnen -, mit großer Deutlichkeit auf. Aber das ist notwendig. Will sich jemand rascher entwickeln, dann mag von heute auf morgen eine ganze Summe von schlechten Eigenschaften bei ihm herauskommen. Diese Eigenschaften hätten sich vielleicht auf sechzig Jahre verteilt. Wenn man etwas in einer großen Wassermasse auflöst, so sieht man nichts von der Farbe; in einem 'Tropfen mag es sehr gefärbt erscheinen. So ist es auch bei dem Schüler. Was in einigen Tagen herauskommen soll, das wird auffällig. Wenn aber etwas sechzig Jahre Zeit hat zum Ausleben, dann merkt man nichts davon. Ja, in der Geheimwissenschaft selber kommt mancher Hochmutsteufel zum Vorschein. Recht bald mußte man erleben, daß Menschen, die an sich nicht hochmütig sind, mit Wünschen an einen herankommen. Sie kommen dann an und sagen: Ich will anfangen, Schüler zu sein und möglichst schnell Adept werden. — Man hört das gar nicht so selten. Es ist etwas, was Erfahrung ist, daß der Hochmutsteufel jemand packt. Gegenüber dem Großen werden sie oft am hochmütigsten, und sie verstehen dann schwer, daß dieses Gefühl das größte Hindernis für ihre weitere Entwickelung ist, und daß das beste für die Weiterentwickelung darin besteht, daß man sich dieses Gefühls, des Hochmuts, entschlägt. — Aber das hängt auch damit zusammen, daß wir starke Lacher und auch starke Schwätzer sind.

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Cite: GA 56/1907-12-12/p032 · edition original