Bibel und Weisheit II

GA 57/1908-11-14/p029 ·1908-11-14 · original (original)
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Aber es gab auch solche, die den «Ich bin der Ich-bin» erkannten, aber sie mußten dazu alle die Prozeduren, die Methoden durchmachen, wodurch sich der Mensch umgestaltet zu einem Instrumente des höheren Schauens, des Hineinblickens in die geistige Welt. So also war diejenige Gottheit, die schon in Abraham, Isaak und Jakob lebte, nach außen für die physische Welt ganz verhüllt. Sie ordnete die Welt durch das Gesetz. Für den Eingeweihten wird im Denken das Geheimnis der Mysterien schaubar. Nun kam die Zeit, in der das Mysterium von Golgatha sich vollziehen sollte. Was war da eigentlich geschehen? Stellen wir uns so richtig vor die Seele, was den Eingeweihten in den alten Zeiten passierte. Nur skizzenhaft schildern kann ich Ihnen den Vorgang der Einweihung durch Meditation, Konzentration und die anderen Übungen. Durch diese wurde die Seele des Einzuweihenden lange vorbereitet. Dann kam ein dreieinhalb Tage währender Abschluß dieser Einweihungsvorgänge. Da wurde der Mensch, der eingeweiht werden sollte und der so weit vorbereitet war, durch den Einweihungsweisen in einen Zustand gebracht, durch den sein physischer Leib vollständig schlafend war. Nicht nur schlafend war er, sondern wie tot, so also, daß der Mensch sich seiner physischen Sinne, seiner physischen Augen und Ohren nicht bedienen konnte. Dafür aber sah er durch die Organe seiner geistigen Glieder hinein in die geistigen Welten. Er konnte da wahrnehmen, wenn er außerhalb seines Leibes war, wenn er nicht gefesselt war, wenn die physischen Organe in ihm latent waren. Er konnte dann in sich schauen, was unsichtbar in ihm lebte als das «Ich bin der Ich-bin»; aber er konnte es nur in den Tiefen der Mysterien schauen. Dann wurde er — wie jeder weiß, der diese Dinge kennt — aufgeweckt in seinem physischen Leibe und bediente sich wieder der physischen Sinne. Aber er hatte jetzt das volle Bewußtsein: «Ich bin der Ich-bin, ich war in der geistigen Welt. Das, was zu Moses gesprochen hat: «Ich bin der Ich-bin», das stand vor mir, und es ist das, was mir die Ewigkeit verwehrt, das, was in meinen Leib eingezogen ist. Mit dem war ich verbunden. Ich war mit dem göttlichen Urträger des Ich-bin verbunden, dessen Abglanz und Spiegelbild mein Ich-bin ist.»

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