Bibel und Weisheit II

GA 57/1908-11-14/p033 ·1908-11-14 · original (original)
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War es in den alten Zeiten so, daß der Mensch hinaufschaute zu dem Gott, daß er schaute und sich sagen konnte: Was in mir lebt, das lebt durch die Generationen, — so ist es jetzt so, daß, wenn er in sich hineinschaut, er das Göttliche in seinem Ich findet. Das Göttliche, aus dem jedes Ich hervorgegangen ist, das war verkörpert in Jesus von Nazareth, und der das verstand, der schrieb: Im Urbeginne war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort. — Mit dem Wort ist das Wesen der innersten Menschennatur und zugleich der Urquell dieses innersten Wesens gemeint. Und dem Christus Jesus legt er in den Mund: Das, was in mir lebt, von dem ein Funke in jeder menschlichen Persönlichkeit ist, das war,ehe das Evangelium war. — Der bedeutsame Satz in dem Johannes-Evangelium war: «Ehe denn Abraham war, bin ich.» — Bevor ein Abraham war, war das «Ich-bin», das Ich-bin, das nicht an eine Zeit gebunden ist, das vor Abraham war, das da war schon in den geistigen Urgründen des Menschen. Indem er sich selber als den Urquell des Ich-bin bezeichnen mußte, sprach der Christus das bedeutsame Wort: Ehe Abraham war, war das Ich-bin.

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