Bibel und Weisheit II

GA 57/1908-11-14/p034 ·1908-11-14 · original (original)
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So sehen wir, wie der Sinn der Menschheitsentwicklung, der diese Grundbücher der Menschheit, das Alte und das Neue Testament durchflutet, durch die Geisteswissenschaft wieder lebendig gemacht wird. Und wir sehen, wie uns die wichtigsten Worte erst lesbar werden, wenn wir den Sinn dieser Bücher, unabhängig von den Worten, durch die Geisteswissenschaft ergründen. Um etwas anzuführen, was dem materialistischen Sinn im Geiste zu denken gibt, sei an die Auferweckung des Lazarus erinnert. Sehen Sie, da sagt ein solcher Mann wie Gfrörer: Wer behauptet, das Johannes-Evangelium sei nicht von Johannes geschrieben, der hilft sich damit, daß er sagt, vieles hat der Schreiber hingeschrieben, so wie er es erlebt und verstanden hat, aber das Lazarus-Wunder muß ihm erzählt worden sein. Da kann er nicht dabei gewesen sein. - Man muß das Lazarus-Wunder nur richtig verstehen. Fassen wir es doch so, daß der Christus, als er in die Welt trat, den Leib des Jesus von Nazareth annahm. Fassen wir es doch so, daß das, was im Alten Testamente vorbereitet wurde, im Neuen seinen Ausdruck gefunden hat. Er mußte da eine Persönlichkeit haben, die ihn vollständig verstehen konnte, die im tiefsten Sinne eindringen konnte in das, was er verkündigen konnte, das heißt, er mußte auf seine Art eine Persönlichkeit einweihen.

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