{"corpus":"steiner","locus":"GA 57/1909-01-14/p007","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Dürfen wir nun — diese Frage wollen wir uns heute stellen — die Hoffnung hegen, daß die Geisteswissenschaft, die von den verschiedensten Seiten in diesen Vortragszyklen charakterisiert ist und noch weiter charakterisiert werden wird, in gewisser Beziehung auch Licht bringen kann in die Theorien und Partei-Schattierungen, welche wir heute um uns herum erblicken, wenn wir die Ansichten über Gesundheit und Krankheit einmal an uns herantreten lassen? Es ist ja des öfteren hier betont worden, daß die Geisteswissenschaft einen höheren Gesichtspunkt anstrebt, der es möglich macht, dasjenige, was die Menschen in Parteiungen zerteilt, dadurch, daß sie nur gewisse engere Kreise des Anschauens und Beobachtens haben, zu überbrücken, zu zeigen, wie das eine dem anderen widerstrebt, weil es einseitig ist. Wir haben öfter gezeigt, daß die Geisteswissenschaft gerade da ist, um das Gute in den Einseitigkeiten zu suchen und die Harmonie unter den verschiedenen Einseitigkeiten herzustellen. Einseitigkeit — so muß sich derjenige sagen, der die Sache nicht nur oberflächlich betrachtet — dürfte es doch sein, was uns da entgegentritt, wenn von seiten dieser oder jener Krankheitslehre diese oder jene Dogmen mit einer anspruchsvollen Autorität gepredigt werden. Sie haben alle erfahren, welche Summen von Partei-Schattierungen einander gegenüberstehen in bezug auf diese Fragen. Jeder weiß, daß auf der einen Seite dasjenige steht, was man oftmals heute sogar schon leider im verächtlichen Sinne — die Schulmedizin nennt mit ihrer allopathischen Richtung, und auf der andern Seite jene Richtung, die man als die homöopathische bezeichnet. Dann haben aber auch weite Kreise Zutrauen gefunden zu dem, was man Naturheilkunde nennt, die vielfach eine andere Auffassung über Krankheit und Gesundheit hat und nicht nur das empfiehlt, was auf den kranken Menschen Bezug hat, sondern auch das, was als richtig gehalten wird für den gesunden Menschen, damit er sich stark und kräftig erhält. Alles ist gefärbt von dieser oder jener Seite, von der schulmedizinischen oder von der mehr der Naturheilkunde zuneigenden Richtung.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Gesundheitsfragen im Lichte der Geisteswissenschaft","site_heading":null,"date":"1909-01-14","location":null,"word_count":313,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/57/1909-01-14/p007","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/57/1909-01-14/p007"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/57/1909-01-14/p007","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}