Die unsichtbaren Glieder der Menschennatur und das praktische Leben

GA 57/1909-02-18/p007 ·1909-02-18 · original (original)
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Verfolgen wir den Menschen nun weiter, so kommen wir zu einem anderen Gliede seiner Wesenheit, das jeder Mensch sich schon klarmachen könnte, wenn er sich sagte: Vor mir steht ein Mensch, physischer Leib und Ätherleib. Wäre nun in diesem Menschen nichts anderes enthalten, als was von außen gesehen werden kann, was die Physiologie und so weiter unserschließt? Oh, es ist noch etwas anderes da, etwas ganz anderes: die Summe von Gefühlen, Empfindungen, Begierden und Wünschen, Schmerzen und Leiden, Trieben und Leidenschaften. Alles dies macht den astralischen Leib aus. Nun könnte man sagen: Man kann sich doch nicht denken, daß diese Dinge eine abgeschlossene Realität bilden. Aber der Geisteswissenschaftler kann das feststellen durch die Gabe des Hellsehens. Es ist da der Astralleib ebenso, wie das Physische da ist. Aber der gesunde Menschenverstand könnte sich auch so schon sagen, daß so etwas wie ein astralischer Leib da sein muß. Warum könnte man sich das sagen? Ich will Ihnen ein Beispiel geben, wo sozusagen mit Händen zu greifen ist, wie der astralische Leib eigentlich arbeitet. Es gibt Menschen, die sagen: Wenn der Mensch die physische Welt betritt, so ist er noch nicht so ausgebildet wie später. Die äußere Wissenschaft kann feststellen, daß zwar die Sinne und die dazugehörenden Nervenorgane im Gehirn vorhanden sind, daß aber alles das, was die einzelnen Sinnesorgane im Gehirn verbindet, sich verhältnismäßig erst spät ausbildet. Man kann förmlich verfolgen, wie sich die Verbindungsstränge von der Gehörs- zur Gesichtssphäre erst ausbilden, die Nervenbahnen, die den Menschen erst zum Denker machen. Also - schließt der Materialist — sieht man, wie die inneren Teile sich allmählich entwickeln und dann erst im Menschen aufblitzen lassen die Welt von Empfindungen, Vorstellungen, Leiden, Freuden, Gedankenkomplexe und so weiter.-Stellen wir einmal vor unser Nachdenken hin diesen Gang der Entwickelung des menschlichen Gehirns. Die komplizierten Gedankengänge, welche die Welträtsel lösen, werden allmählich ausgebildet. Stellen wir das vor unser Nachdenken hin. Sind wir imstande, das, was sich da herausbildet, einen bloßen Mechanismus zu nennen, der sich selber aufbaut? Man kann ebenso den Wunderbau bewundern, wie bei einer Uhr. Aber der wäre ein Tor, der glauben wollte, die Uhr sei von selbst geworden. Wer etwas kann, kann auch nur wieder ausbilden, was er kann. Einer, der die Sekunden, Minuten, die Gesetze der Uhr in sich gehabt hat, der hat sie erst zusammengefügt; einer hat vorausgedacht, was wir zuletzt nachdenken. Ist nichts da, was diese Verbindungsfäden im Gehirn so zusammenfügt, daß Sie zuletzt ein Denker werden? Ich meine, ein gesundes Denken müßte einsehen, daß für das, was da sich ausbildet, ein Baumeister da sein muß, der die Fäden zusammenfügt, damit Sie dann ein Denker werden können. Wir sind nur uns und unserm gesunden Menschenverstand treu, wenn wir sagen, ein astralischer Leib muß aufgebaut haben das physische Gehirn. In den ersten Wochen und Monaten und Jahren des Kindes baut der astralische Leib erst das Werkzeug auf, das imstande ist, später die Welträtsel zu lösen. Wer das nicht glaubt, handelt ebenso wie der, der eine Maschine gebrauchen will, aber leugnet, daß ein Konstrukteur da war, der sie gebaut hat. Es wird schon die Zeit kommen, wo wiederum gesundes Urteilen in den Menschen waltet, wo sie sich sagen, daß zuerst der geistige Baumeister da sein muß, wenn etwas werden soll. Vor des Menschen Geburt ist er schon da, dieser Baumeister. Das dritte Glied des Menschen ist dieser astralische Leib, das, was wieder dem Materiellen zugrunde liegt.

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