Die unsichtbaren Glieder der Menschennatur und das praktische Leben
Das sind die vier niederen Glieder der Menschennatur, von denen nur eines sichtbar ist. Die drei anderen sind etwas Wirkliches, Reales, ja, die Urgründe für das Reale. Jedes Glied ist Grundwesenheit und Ursache in seinem ganzen Wesen für den nächst niedereren Leib; der Ich-Träger für den Astralleib, der Astralleiib für den Ätherleib, der Ätherleib für den physischen Leib. Alles das, was die eigentlichen Ich-Erlebnisse sind, was der Mensch dadurch erlebt, daß er ein selbstbewußtes Wesen ist, alles das drückt sich ab im astralischen Leib. Hier prägen sich alle Ich-Erlebnisse aus. Dadurch entsteht alles dasjenige, was im Menschen vorübergehendes Vorstellen, Urteilen und Fühlen ist. Was im astralischen Leibe lebt, drückt sich aus, prägt sich ab im ätherischen oder Lebensleib, und dadurch wird es zu einem Dauernden, zu einem solchen, das nicht vorübergehend ist, sondern das sich in einem gewissen Sinne erhält. Nehmen wir an, wir fällen ein vorübergehendes Urteil; über dieses oder jenes bilden wir eine Vorstellung. Bilden wir eine Vorstellung wieder und immer wieder, so wird sie einegewohnte Vorstellung. Dadurch, daß sie eine gewohnte Vorstellung wird, prägt sie sich in den ätherischen Leib hinein. Was im Gedächtnis lebt, was wir uns merken von Tag zu Tag, lebt in unserem Äther- oder Lebensleib. Daß wir einmal ein Klavierstück spielen, liegt in unserem astralischen Leibe; daß wir die Fähigkeit, die Gewohnheit des Spielens erwerben, liegt im Ätherleibe. Alle Gewohnheiten sind im Ätherleibe oder Lebensleibe. Wenn wir ein sittliches Urteil fällen, so ist das wieder eine Tat des astralischen Leibes. Wenn sich uns eine gewisse Richtung des Urteilens durch wiederholtes Urteilen einprägt, so wird das sittliche Urteil zu einem dauernden, zum Gewissen. Das sittliche Urteil ist ein Erlebnis des astralischen Leibes, das Gewissen ist ein Erlebnis des Äther- oder Lebensleibes. So sehen wir, wie durch die Wechselwirkung der höheren Glieder mit den niedern Gliedern das ganze Menschenleben sich von innen nach außen aufbaut.