Die unsichtbaren Glieder der Menschennatur und das praktische Leben
Ich will das an einem Beispiele klarmachen. Bleiben wir auf unserem Gebiete! Es wird sich zeigen, wie dasjenige, was im Geiste sich abspielt, tatsächlich den Menschen ergreift und ihn geeignet oder ungeeignet macht für das Leben, praktisch oder unpraktisch. Nehmen wir einen Menschen, der dadurch unpraktisch ist für das Leben, daß er unter gewissen Furchtgefühlen leidet, so daß dadurch Nervosität entsteht. Dieses Wort läßt schon die ganze Summe von Unpraxis anklingen. Jeder Mensch, der sich in irgendeiner Beziehung nicht vollständig in der Hand hat, wird als nervös charakterisiert, oder man gebraucht das Schlagwort von der erblichen Belastung, wenn irgend etwas fehlt, beziehungsweise etwas vorliegt, was den Menschen unpraktisch macht fürs praktische Leben. Alle diese Dinge rühren nicht etwa her aus einer sorgfältigen Beobachtung der wirklichen Tatsachen, sondern weil man unter der Einwirkung materialistischer Denkungsweise keinen Sinn dafür hat, das Geistige, das Feinere, zu verfolgen. Es ist wichtig, zu verfolgen, ob in den ersten Zeiten des Lebens, wo in so intensiver Weise vom Unsichtbaren her am Sichtbaren gearbeitet wird, ob da alles richtig verläuft und nicht gestört wird. Was hier versäumt wird, das kann später nicht wieder gut gemacht werden. Wenn irgend etwas nicht fein genug ausziseliert ist, so entstehen im ganzen Leben die mannigfaltigsten Unstimmigkeiten. Der Mensch, der nicht imstande ist, im astralischen Leib harmonisierende Erlebnisse auf- und abwogen zu lassen, wird sich immer in gewisser Weise fürs Leben untauglich machen. Statt bei Angstund Furchtgefühlen nach erblicher Belastung zu forschen, sollten wir lieber suchen, wie sich durch dieses oder jenes Erlebnis etwas ausgebildet hat, was verhärtend, verholzend wirkt auf den physischen Leib. Es könnte zum Beispiel sein, braucht aber nicht immer so zu sein, daß ein gut Teil dessen, was man Platzfurcht nennt, unter Umständen durch eine ganz bestimmte Art der kindlichen Erziehung in den Menschen eingeimpft worden ist. Und er kommt nicht los von diesem Übel, weil ihm später die Mittel fehlen, das wieder um und um zu rühren. Denken wir uns einmal Kinder, die eigentlich das ganze Jahr hindurch alle Festlichkeiten nur dadurch erkennen, daß sie mit Geschenken überhäuft werden! Sie bekommen mehr, als sie zerstören können. Dieses unverdiente Zufließen von Gaben legt gewisse Strebenskräfte, die gesundes Selbstgefühl erzeugen würden, lahm. So etwas kann schlummern in der Zeit im Menschen, wo die äußere Ausbildung den Menschen erfüllt, oder ein neuer Beruf ihn ganz in Anspruch nimmt; aber das tritt einmal auf in der Form der Platzfurcht.