{"corpus":"steiner","locus":"GA 57/1909-05-06/p004","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Eine viel größere Übereinstimmung ist schon vorhanden in den großen Mythengebilden, in den großen Gebilden der Götter- und Heldensagen. Auch diese Götter- und Heldensagen führen zurück auf hellseherische Fähigkeiten, nur in anderer Art. Nicht auf die Erlebnisse führen sie zurück, die dem Menschen werden konnten durch natürliche hellseherische Begabung, sondern die großen einheitlichen Sagengebilde, die wir als Mythologie zusammenfassen, führen zurück auf jene Erlebnisse, welche die Eingeweihten in den Mysterien gehabt haben. Es gibt heute wenig Vorbedingungen dazu in unserem Bildungsbewußtsein, um sich einen Begriff zu schaffen von dem, was man Mysterien und Eingeweihte nennt. Denn das, was unsere äußere Bildung, unser äußeres Wissen ausmacht, ist weit entfernt von dem Wesen der Einweihung. Wenn man mit in unserer Zeit gangbaren Begriffen diese beiden charakterisieren wollte, so müßte man sagen: Die Mysterien sind Schulen, in denen Fähigkeiten in der Menschenseele gepflegt werden, durch die die Seele zu eigenem Beobachten in den geistigen Welten geführt wird. Im besonderen sind Mysterien solche Schulen, welche in einer ganz methodischen, systematischen Weise dem Menschen, der reif dazu ist, eine Anleitung geben, daß die Seele so wird, daß er mit geistigen Augen und Ohren die höheren Welten wahrnehmen kann. Obwohl die heutige Bildung wenig weiß von den Mysterien, die es auch heute noch gibt, so sind sie doch vorhanden und führen hinauf in die geistigen Welten. Und all der Inhalt der Geisteswissenschaft, alles das, was in der Geisteswissenschaft mitgeteilt wird, ist im wesentlichen Inhalt der Mysterienweisheit. Wer seine Seele in geeigneter Weise schult, um in höheren Welten Beobachtungen zu machen, der ist ein Eingeweihter. Solche Stätten, in denen man sich die Fähigkeit des vollbewußten Hellsehens aneignet, hat es immer gegeben.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Die europäischen Mysterien und ihre Eingeweihten","site_heading":null,"date":"1909-05-06","location":null,"word_count":274,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/57/1909-05-06/p004","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/57/1909-05-06/p004"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/57/1909-05-06/p004","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}