Die europäischen Mysterien und ihre Eingeweihten

GA 57/1909-05-06/p018 ·1909-05-06 · original (original)
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Christus sagt: Bevor der Vater Abraham war, war das «Ich-bin», und er sagt: «Ich und der Vater sind eins.» Unser Ich hat in sich Verbindungsfäden hinauf in eine geistige Welt, die jeder in seiner eigenen Individualität finden kann. Das Ich, das auf sich selbst gestellt ist, trotzdem es nicht leugnet den Zusammenhang durch die Blutsbande, nicht verachtet die Blutsbande, das Verständnis hat für das Physische, dieses Ich kam durch das Mysterium von Golgatha dem Menschen zum Verständnis. Deshalb sah man in dem Blute, das aus den Wunden des Erlösers rinnt, den Ausdruck des allgemeinen Menschen-Ichs, und man sagte sich: Wer dieses Blut in sich lebendig macht, der kommt zum echten Hellsehen. - Aber die Welt war noch nicht reif, um aufzunehmen das, was als das eigentliche Geheimnis von Golgatha gegeben ist. Auch in den folgenden Jahrhunderten nach dem Kommen des Christus war die Welt noch nicht reif und sie ist es selbst heute noch nicht. Den lebendigen Christus in der geistigen Welt erblickte Paulus. Wer versteht heute die tiefen Briefe des Paulus, dieses Eingeweihten, und wer charakterisiert richtig den Schüler des Paulus, Dionysios den Areopagiten? Und doch gab es immer ein Mysterien-Christentum.

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