Die europäischen Mysterien und ihre Eingeweihten
Aber es tritt etwas ganz Bestimmtes ein, wenn die Einweihung in vollem Ernst betrieben wird, nicht als Spielerei. Wird die Einweihung mit Würde gepflogen, so ist es, als ob des Menschen Organisation in drei Teile geschieden würde und das Ich als König über diesen drei Teilen thronte, Während gewöhnlich beim Menschen die Sphären von Denken, Fühlen und Wollen nicht deutlich getrennt sind, ist der Mensch, wenn er sich höher entwickelt, immer mehr imstande, Gedanken zu fassen, die nicht gleich zu Gefühlen gebracht werden, sondern die vom Ich in freier Wahl zu Sympathie und Antipathie gebracht werden. Nicht schließt sich das Gefühl gleich unmittelbar an einen Gedanken an, sondern der Mensch spaltet sich in Gefühlsmensch, Gedankenmensch, Willensmensch. Der Mensch fühlt sich als Ich-König, der thront über einer Dreiheit. In drei Menschen zerfällt er. Das tritt ein auf einer bestimmten Stufe der Einweihung. Er fühlt, daß er durch den Astralleib erlebt alle die Gedanken, die sich auf die geistige Welt beziehen. Durch den Ätherleib erlebt er alles das, was als Gefühle die geistige Welt durchzieht, durch den physischen Leib alles, was als Willensimpulse die geistige Welt durchlebt und durchsetzt. Man sagt: Der Mensch fühlt sich selbst als König innerhalb der heiligen Dreizahl. Aber der, der nicht fähig und reif ist, zu ertragen, daß er also gespalten ist, wird nicht die Früchte der Einweihung haben können. Er wird dadurch, daß ihm Leid über Leid entgegentritt, zurückgehalten von dem, wozu er noch nicht reif ist. Wer unwürdig in die Nähe des Heiligen Grals kommt, wird ein Leidender wie Amfortas und kann nur erlöst werden durch den, der die guten Kräfte in seine Nähe bringt. Er wird befreit durch Parzival.