Die europäischen Mysterien und ihre Eingeweihten
Seitdem ist es nicht mehr möglich, Geheimnis Geheimnis sein zu lassen wie in alten Zeiten. Es kommt auf Reife oder Unreife an, leicht wird alles verzerrt, entstellt. Das kann in ungeheurer Weise geschehen mit den Lehren der anthroposophischen Bewegung! Wenn sie das wäre, was man von ihr sagt in den Kreisen, die nichts wissen von ihr und doch über sie reden, so würde sie etwas zum Davonlaufen sein! In Wahrheit aber ist sie das Element, das genährt wird, mehr als das je geschehen ist, aus den Quellen, die in den Mysterien liegen. Es ist das, was in der Tat die besten Leistungen aller Zeiten zu ihrem Wirken in der Menschheit gebracht hat. Goethes größte dichterische Taten sind genährt aus den Quellen des Rosenkreuzertums. Goethe hat nicht umsonst in den «Geheimnissen» davon gesprochen, daß ein Mensch hingeführt wird zu einem Haus, das mit einem Rosenkreuz geschmückt ist. «Wer hat dem Kreuze Rosen zugesellt?» Wer waren sie, die Eingeweihten der europäischen Mysterien, die das Geheimnis der Rosen zugesellt haben dem Geheimnis des Kreuzes? Wie Goethe in diese Geheimnisse eingedrungen war, zeigt sich auch in dem, daß um den Versammlungstisch zwölf waren, wie schon in den alten Drottenmysterien. Oh, Goethe wußte alle diese Dinge! Aber die heute Goethe studieren, die gleichen dem Goethe, den sie begreifen können. Goethe durfte das nur in geheimnisvoller Weise ausdrücken; aber heute ist die Zeit, um offen zu sprechen über das, was Gegenstand der Einweihung ist. Daß das so sein darf, dieser Tatsache verdanken diese Vorträge ihr Dasein.