Die Mission der Geisteswissenschaft Einst und Jetzt

GA 58/1909-10-14/p026 ·1909-10-14 · original (original)
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Ein Blick, der eben im geisteswissenschaftlichen Sinne hinschweift über das, was in der menschlichen Geschichte geschehen ist, lehrt uns nun, daß es uralte Weisheitsschätze gegeben hat, die sich zum Teil zusammengedrängt haben in dem, was dann in dem charakterisierten mittleren Zeitraum in Schriften, in Überlieferungen der Menschheit geblieben war. Weiter lehrt uns diese Geisteswissenschaft, daß es heute wiederum möglich ist, der Menschheit nicht nur das Alte zu verkünden, sondern über dasjenige zu sprechen, was die menschliche Seele heute selber vermag durch Entwickelung der in ihr schlummernden Fähigkeiten und Kräfte, so daß die gesunde Urteilskraft - auch wenn der Mensch nicht selber in die übersinnliche Welt hineinzuschauen vermag — die Mitteilungen der Geistesforscher verstehen kann. Was Goethe zunächst damals, als er jenen Ausspruch gegen Kant tat, mit «anschauender Urteilskraft» im Auge hatte, das ist in gewisser Beziehung der Anfang des heute keineswegs unbekannten Erkenntnisweges nach aufwärts. Die Geisteswissenschaft wird, wie wir sehen werden, in die Lage versetzt, hinzuweisen darauf, daß es verborgene Erkenntniskräfte gibt, welche in verschiedenen Stufen hinaufgehen und dadurch immer mehr und mehr hineindringen in die geistige Welt.

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Cite: GA 58/1909-10-14/p026 · edition original