Das Wesen des Gebetes

GA 59/1910-02-17/p017 ·1910-02-17 · original (original)
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Aus diesen Stimmungen der Seele müssen hervorgeholt werden die Impulse zu dem, was man Gebet nennt. Denn in der Seele selber sind die Antriebe gegeben, und im Grunde kommt Gebetsstimmung in eine jede Seele, die sich nur ein wenig erhebt über die unmittelbare Gegenwart. Gebetsstimmung, könnte man sagen, ist das Hinaufblicken der Seele aus dem zeitlich vorübergehenden Gegenwärtigen in das Ewige, das Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft umschließt. Aus dem Grunde, weil für den Menschen dieses Hinausblicken und Hinausleben aus dem Augenblick der Gegenwart so notwendig ist, läßt Goethe seinen Faust das große, bedeutsame Wort zu Mephistopheles sprechen:

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