Krankheit und Heilung
Das können wir nur verstehen, wenn wir das ganze Verhältnis des astralischen Leibes und des Ich zu dem, was wir den «äußeren Menschen» genannt haben, uns einmal vor Augen rücken. — Wir haben den astralischen Leib den Träger von Lust und Leid, Freude und Schmerz, von Trieb, Begierde, Leidenschaft genannt, von all den auf und ab wogenden Vorstellungen, Wahrnehmungen, Ideen und Empfindungen. Wenn aber der astralische Leib von all dem der Träger ist, wie kommt es denn, daß in der Nacht der Mensch diese Erlebnisse gar nicht hat, wo doch der eigentliche innere Mensch mit seinem astralischen Leib so zusammen ist, daß physischer Leib und Ätherleib nicht dabei sind? Wie kommt es, daß dann diese Erlebnisse heruntersinken in ein unbestimmtes Dunkel? Was ist der Grund? —- Der Grund ist der, daß astralischer Leib und Ich, obwohl sie Träger sind von Freude und Schmerz, Urteil, Vorstellung und so weiter, nicht alles das direkt erleben können, wovon sie der Träger sind. In unserem Menschenleben sind astralischer Leib und Ich, um ihre eigenen Erlebnisse zu haben, im normalen Zustand darauf angewiesen, in den physischen Leib und Ätherleib unterzutauchen. Was wir als unser Seelenleben vor uns haben, ist nicht etwas, was der astralische Leib unmittelbar erlebt. Wäre es das, so müßten wir es auch in der Nacht erleben, wo wir mit dem astralischen Leib zusammen sind. Es ist gleichsam ein Echo oder Spiegelbild, was wir im Seelenleben des Tages vor uns haben. Physischer Leib und Ätherleib werfen uns wie durch einen Spiegel oder durch ein Echo dasjenige zurück, was wir im astralischen Leibe erleben. Alles was uns unsere Seele vom Augenblicke des Aufwachens bis zum Einschlafen vorzaubert, kann sie uns nur vorzaubern, indem sie ihre eigenen Erlebnisse in jenem Spiegel erblickt, der geformt ist aus dem physischen Leib und dem Äther- oder Lebensleib. In dem Augenblick, wo wir den physischen Leib und Ätherleib in der Nacht verlassen, haben wir zwar in uns alle Erlebnisse des astralischen Leibes, wir sind uns aber ihrer nicht bewußt, weil zum Bewußtwerden die Spiegelung oder Echowirkung von physischem Leib und Ätherleib gehört.