{"corpus":"steiner","locus":"GA 59/1910-03-03/p015","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"So sehen wir in unserem ganzen Leben, wie es vom Morgen, wo wir aufwachen, bis zum Abend, -wo wir einschlafen, abläuft, eine Wechselwirkung zwischen dem inneren und dem äußeren Menschen, zwischen Ich und astralischem Leib auf der einen Seite und dem physischen Leib und Ätherleib auf der andern Seite. Die Kräfte nun, welche dabei wirken, sind die Kräfte des astralischen Leibes und des Ich. Denn nimmermehr könnte der physische Leib, als eine Summe von physischen Einrichtungen, unser Seelenleben aus sich hervorbringen, und ebensowenig könnte es der Ätherleib. Die Kräfte zum Herauslocken dieses Spiegelbildes kommen aus dem astralischen Leib und dem Ich, geradeso wie das, was wir im Spiegel sehen, nicht aus dem Spiegel kommt, sondern von dem, was sich im Spiegel beschaut. So liegen alle die Kräfte, welche unser Seelenleben bewirken, im astralischen Leib und im Ich, im innern Menschen; und sie betätigen sich in der Wechselwirkung von Außen- und Innenwelt. Diese Kräfte sehen wir während des Tages arbeiten an unserem Seelenleben, in Wechselwirkung treten, gleichsam ausstrahlen nach dem physischen Leib und Ätherleib. Wir sehen sie aber auch gegen den Abend in den Zustand eintreten, den wir die «Ermüdung» nennen. Wir sehen sie abgenutzt gegen den Abend, verbraucht. Und wir würden unser Leben nicht fortführen können, wenn wir nicht in der Lage wären, jeden Abend in eine andere Welt einzukehren als die, in der wir vom Morgen bis zum Abend leben. In dieser Welt, in der wir vom Morgen bis zum Abend leben, können wir das Seelenleben sozusagen aufbauen, vor unsere Seele hinzaubern. Das vermögen wir mit den Kräften des astralischen Leibes. Aber wir verbrauchen auch diese Kräfte und können sie nicht aus dem Tagesleben heraus ersetzen. Ersetzen können wir sie nur aus der geistigen Welt heraus; aus der Welt heraus, in die wir einkehren an jedem Abend. Das ist der Sinn des Schlafes. Wir könnten nicht leben, ohne in die nächtliche Welt einzukehren und von dort her die Kräfte zu holen, die wir tagsüber verbrauchen. So können wir sagen, wir holen uns jede Nacht aus der geistigen Welt diejenigen Kräfte, die wir vom Morgen bis zum Abend verbrauchen. Damit beantworten wir die Frage: Was bringen wir in die physische Welt hinein, wenn wir in unsern Ätherleib und physischen Leib einkehren? - Das also wissen wir jetzt.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Krankheit und Heilung","site_heading":null,"date":"1910-03-03","location":null,"word_count":377,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/59/1910-03-03/p015","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/59/1910-03-03/p015"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/59/1910-03-03/p015","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}