Krankheit und Heilung
Wir brauchen uns nur klar zu sein, wenn jemand noch so viel Gelegenheit hätte, äußere Erlebnisse durchzumachen, die ihn musikalisch vertiefen könnten, die geeignet wären in seiner Seele ein tiefes musikalisches Leben zu entwickeln, er könnte es nicht entwickeln, wenn er kein musikalisches Ohr mitbekommen hätte, wenn die physisch-ätherische Formung seines Ohres es ihm nicht möglich machte, den Einklang herzustellen zwischen dem äußeren und dem inneren Menschen. Wir müssen uns aber darüber klar sein: Damit der Mensch ein Ganzes ist, müssen alle einzelnen Glieder seiner Natur eine Einheit, eine Harmonie bilden. Daher werden wir uns sagen können: Alles was ein Mensch mit einem unmusikalischen Ohr an Gelegenheit hat, Erlebnisse in sich zu empfangen, die ihn hinaufheben können auf eine höhere Stufe des musikalischen Erlebens, das muß in der Seele drinnen bleiben, muß resignieren; es kann nicht heraus, weil die Grenze jeden Morgen gezogen ist in dem, was die mitgebrachte Gestalt und Form der inneren Organe ist. Verstehen werden wir eine solche Sache dann, wenn wir uns klar sind, daß es nicht bloß auf die gröbere Gestaltung des Ätherleibes und des physischen Leibes ankommt, sondern auf ganz feine Konfigurationen dabei. Man muß sich klar sein, daß eine jede Seelenfähigkeit des Menschen in unserem jetzigen normalen Leben sich ausleben muß durch ein Organ; und wenn das Organ nicht in entsprechender Weise geformt ist, kann sie sich nicht ausleben. Was Physiologie, was Anatomie nicht nachweisen können, die feine plastische Gestaltung in den Organen, das ist gerade das Wesentliche; sie entgehen natürlich der Anatomie und Physiologie; aber gerade sie sind es, die einer Umformung zwischen Geburt und Tod nicht fähig sind.