{"corpus":"steiner","locus":"GA 59/1910-03-03/p045","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Das ist ein Vorgang, der sich vergleichen läßt mit dem Aufwachen. Es war ein künstliches Zurückgezogensein des inneren Menschen. Jetzt ist ihm neuerdings die Möglichkeit gegeben, im äußeren Menschen das zu erleben, was der Mensch nur in der äußeren Welt erleben kann. Die Heilung gibt dem Menschen die Möglichkeit, zurückzukehren und das hineinzutragen, was er nicht hineintragen könnte, wenn er nicht zurückkehren könnte. Daher wird das, was den Heilungsprozeß ausmacht, aufgenommen in den inneren Menschen und bildet jetzt einen inneren Bestandteil dieses inneren Menschen. Genesung, Heilung ist das, worauf wir mit Befriedigung, mit Genugtuung zurückblicken können, weil wir uns sagen können: Ebenso wie wir beim Einschlafen etwas mitnehmen für den inneren Menschen, wodurch wir ihn höher bringen, so nehmen wir durch die Heilung etwas mit, wodurch wir den inneren Menschen höher bringen. Wenn es auch nicht gleich sichtbar ist, vorhanden ist es: wir werden in unserem inneren Menschen, in unserem seelischen Erleben unter allen Umständen erhöht; wir erfahren eine Steigerung unseres inneren Menschen durch die Genesung. Wir nehmen in die geistige Welt, die wir während des Schlafes durchleben, dasjenige mit, was wir durch die Genesung haben. Die Heilung ist also etwas, was mit hineingeht in den Schlafzustand, was uns stärkt in bezug auf die Kräfte, die wir heranbilden während des Schlafzustandes. — Alles was die geheimnisvollen Beziehungen von Heilung und Schlaf sind, würde sich erläutern lassen, wenn wir Zeit hätten, diese angedeuteten Gedanken ganz auszubreiten. Daraus können Sie schon sehen, wie wir die Heilung gleichstellen können dem, was wir des Abends mit hineinnehmen in die geistige Welt, und was die Entwickelungsvorgänge fördert, insofern sie zwischen Geburt und Tod überhaupt gefördert werden können. Was wir aber aus den äußeren Erlebnissen im normalen Erleben nach innen hineinziehen, das muß in unserem Seelenleben zwischen Geburt und Tod als höhere Entwickelung herauskommen. Doch nicht immer muß dasjenige, was wir als Heilung aufnehmen, herauskommen; wir können es sehr wohl mitnehmen durch die Pforte des Todes, und es kann uns erst in einem nächsten Leben zugute kommen. Was uns aber die Geisteswissenschaft zeigt, ist dies, daß wir einer jeglichen Heilung dankbar sein müssen, denn eine jede Heilung bedeutet eine Erhöhung des inneren Menschen, die wir nur mit den Kräften erreichen, die im Innern aufgenommen werden.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Krankheit und Heilung","site_heading":null,"date":"1910-03-03","location":null,"word_count":369,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/59/1910-03-03/p045","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/59/1910-03-03/p045"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/59/1910-03-03/p045","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}