Christus und das zwanzigste Jahrhundert
Die Gnosis stellte sich vor, daß ein besonders entwickeltes Menschheitsindividuum, das von der geschichtlichen Forschung als Jesus von Nazareth bezeichnet wird, eine solche Reife hatte, daß in ihm in einem gewissen Zeitpunkte Bedingungen vorhanden waren, daß seine Seele aus der geistigen Welt unmittelbar aufnehmen konnte, was vorher aus der geistigen Welt Menschen nicht unmittelbar haben aufnehmen können. Von diesem Zeitpunkte also spricht die Gnosis, in dem sich die Seele eines auserlesenen Menschen reif fühlen konnte, eine bisher nicht mit der Menschheitsentwickelung verbundene Wesenheit in sich selber hereinzunehmen, nämlich den Christus. In der Bibel suchte die Gnosis die Darstellung dieses Hereinbrechens der Christus-Wesenheit in die Menschheitsentwickelung in jenem Ereignisse — wir mögen es heute ein symbolisches Ereignis oder wie immer nennen -, das als die Johannes-Taufe im Jordan auftrat. Durch diese Johannes-Taufe sei mit dem Jesus von Nazareth etwas ganz Besonderes geschehen. Man kommt zu dem, was in der gnostischen Vorstellung liegt, wenn man etwa folgendes denkt.