Das Wesen der Ewigkeit und die Natur der Menschenseele im Lichte der Geisteswissenschaft
Wenn wir dies ins Auge fassen, werden wir sagen: Wir sehen unser Inneres immer reicher und reicher werden, wenn es der Pforte des Todes zugeht. — Dagegen sind die Einwände, man werde mit dem Alter schwach und so weiter durchaus nicht maßgebend, sie entspringen materialistischen Denkgewohnheiten und Vorurteilen. In dem Maße, als unser Leib erstirbt, erfrischt sich innerlich, man möchte sagen verkindlicht sich innerlich unser eigenes Seelenleben, so daß wir auch daran sehen, es gibt eine Art von Annäherung an jene Kräfte, die am höchsten gespannt sind, wenn wir der Pforte des Todes zueilen. Besonders zeigt sich das bei demjenigen, dem die Schulung, wie sie in dem Buche «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» dargestellt ist, die Möglichkeit gibt, wahrzunehmen und etwas zu erleben unabhängig von den Werkzeugen der Leiblichkeit. Das ist auch beschrieben worden, daß man sich durch Meditation, Konzentration und so weiter hinaufschulen kann, so daß das Erleben und Erfahren der geistigen Welt innerhalb der Seele zur Realität wird, und daß die Seele zu gleicher Zeit ganz genau weiß: Was ich jetzt erfahre, dazu hilft mir kein Auge, kein Ohr, keine äußere Leiblichkeit, denn ich bin außer der Leiblichkeit. — In einem solchen Falle müssen immer zu der Meditation, Konzentration und so weiter, die der Mensch durchmacht, lebendige Gefühle und auch Willensimpulse hinzutreten. Daher genügt es nicht, daß sich jemand nur Gedanken hingibt. In «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» ist genau beschrieben, daß sich der Mensch mit Gefühlen und Empfindungen verbinden muß, das heißt mit dem, was sonst in der Jugend in die unbewußten Seelentiefen hinuntertaucht. Der Mensch muß meditieren, sich konzentrieren in dem Gedankenleben, aber so, daß die Gedanken von dem Feuer der Gemütsstimmungen immerdar durchdrungen sind, daß sie belebt sind von den Willensimpulsen, die sich nicht in Handlungen umsetzen, sondern in den Gedanken leben.