Das Wesen der Ewigkeit und die Natur der Menschenseele im Lichte der Geisteswissenschaft

GA 61/1912-03-21/p027 ·1912-03-21 · original (original)
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Das ist auch eine der Segnungen, welche aus der Geisteswissenschaft kommen, daß einem eine Perspektive gezeigt wird, die nicht irgendwie im Ungewissen endet. Wir brauchen nicht zu sagen: Wir blicken in die leere Zeit hinein, — sondern wir haben vor uns die Perspektive der ganzen Ewigkeit. Wir sehen, wie Kettenglied an Kettenglied sich reiht, und sagen uns: Du trägst in dem gegenwärtigen Leben die Kräfte, welche du dir in diesem Leben erworben hast, dadurch zimmerst du dir ein künftiges Dasein, welches dir Gelegenheit gibt, diese Kräfte wieder neu auszuleben. — Da erleben wir Stück für Stück, wie der Ewigkeitsgedanke Realität wird und sich als weite, ewige Perspektive vor der menschlichen Seele ausbreitet. Das ist die Errungenschaft der Geisteswissenschaft, daß wir nicht bloß in Gedanken fragen: Was ist Ewigkeit? und daß wir auch nicht bloß einen abstrakten Gedanken empfangen, sondern wir sehen durch eine wirkliche, reale Betrachtung des Menschenlebens, wie diese Ewigkeit entsteht, wie Glied für Glied sich aufbaut. Und damit ist jede abstrakte Betrachtung aus dem Felde geschlagen. Die Realität zeigt uns, was immer in der Realität gezeigt werden muß, wie alles sich aufbaut aus den einzelnen Stücken, aus den einzelnen Gliedern. So zeigt uns die Geisteswissenschaft, wie sich die Ewigkeit aus dem Wesen der menschlichen Seele erklären läßt, und wie der Zusammenhang ist der Menschenseele mit dem Wesen der Ewigkeit.

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