{"corpus":"steiner","locus":"GA 62/1912-11-21/p007","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Als richtig erweisen könnte sich eine solche Vermutung nur dann, wenn wirklich die Möglichkeit vorhanden wäre, die Kräfte, welche man da als schwache vermutet, tatsächlich aus ihrer Verborgenheit hervorzuholen, etwa wenn man imstande wäre, die seelischen Kräfte, die im gewöhnlichen normalen Leben gewissermaßen «dünn» sind, in sich zu verdichten, in sich zu konzentrieren, so daß dann nicht das eintreten müßte, was der Mensch im Schlafe erlebt, wenn er aufhört, sich seiner Sinne oder seines Gehirnes zu bedienen, sondern daß es auch einen Zustand geben könnte, der dem Schlafe ähnlich ist, und doch wieder in einer gewissen Beziehung ihm vollständig entgegengesetzt ist. Ähnlich müßte dieser Zustand dem Schlafe darin sein, daß der Mensch nicht gezwungen, wie beim Einschlafen, sondern willkürlich, durch seine inneren Kräfte, durch seinen Willen das Sichzurückziehen aus den Sinnen oder aus dem Gehirn hervorrufen würde; so daß er es bewirken könnte, daß er zwar vollständig wach ist, aber nicht durch seine Augen seine Umgebung sieht, auch durch die anderen Sinne nichts wahrnimmt, sondern die Augen und die anderen Sinne zum vollständigen Schweigen bringt. Mit anderen Worten, daß er alle Sinnestätigkeit durch seinen Willen vollständig unterdrücken kann, daß er ebenso das gewöhnliche Denken unterdrücken kann, jenes Denken, das sich im alltäglichen Leben durch die Vorstellungen über die äußere physisch-sinnliche Welt betätigt. Ferner müßte der Mensch, wenn er so durch seine Willkür unterdrücken könnte, was ihn sonst zum Wahrnehmen bringt, imstande sein, in seinem geistig-seelischen Wesenskerne nun nicht zu der Bewußtlosigkeit des Schlafes zu kommen, sondern Kräfte zu konzentrieren, die sonst schwach, dünn sind, so daß er sich auch ohne seinen Leib, außerhalb seines Leibes, richtig betätigen kann.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"4. Die Wege Der Übersinnlichen Erkenntnis","site_heading":null,"date":"1912-11-21","location":null,"word_count":268,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/62/1912-11-21/p007","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/62/1912-11-21/p007"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/62/1912-11-21/p007","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}