Jakob Böhme

GA 62/1913-01-09/p009 ·1913-01-09 · original (original)
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Lassen wir daher den Rationalisten das Recht, ein solches Erlebnis, welches unter allen Umständen ein bedeutungsvoller Vorgang in Jakob Böhmes Seele war, so zu erklären, wie sie ja auch das Ereignis der Erscheinung des Christus gegenüber dem Paulus vor Damaskus erklären wollen. Nur hat eine solche Erklärung, die zu diesen Dingen Zuflucht nimmt, auch zuzugeben, daß eine solche bedeutsame Arbeit wie diejenige des Paulus, die so innig mit dem Christentum zusammenhängt, von einem «Traume» ausgegangen sei. Etwas wie eine tiefste Aufrüttelung von Seelenkräften, die sonst nicht in der Seele tätig sind, das fühlte schon der Knabe Jakob Böhme, als er dieses Erlebnis hatte. Auf diese innere Loslösung von tieferliegenden Kräften der Seele kommt es an. Auf das Zeugnis einer solchen Sache kommt es an, das da beweist, daß man es mit einem Menschen zu tun hat, der tiefer in die Schachte seines Seelenlebens hinuntersteigen kann als tausend und abertausend andere.

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