Jakob Böhme
Wenn wir von dieser Charakteristik seines Wesens mehr in seine Gedankengänge, in das geistige Wesen Jakob Böhmes einzudringen versuchen, so muß gesagt werden, daß dem modernen Menschen, welcher nur im Bildungsleben unserer Zeit lebt, allerdings vieles nicht nur im Inhalte der Werke Jakob Böhmes unverständlich sein muß, sondern auch in der ganzen Art und Weise, wie er darstellt. Zunächst erscheint die Darstellung ganz chaotisch. Man liest sich langsam ein, gewiß. Aber dann bleibt noch immer für viele Leute etwas, was eine schwer zu knackende Nuß ist: daß wir bei ihm finden, wie er, ganz unverständlich für das moderne Gemüt, ganz sonderbareWorterklärungen hat. So finden wir bei ihm, daß er zur Welterklärung immer wieder Worte gebraucht wie «Salz», «Quecksilber» und «Sulphur». Wenn er nun Auseinandersetzungen machen will, was «sul» bedeutet; was «phur» bedeutet, und dann allerlei Tiefsinniges findet, dann müssen diese modernen Gemüter sich sagen: Damit kann man nichts anfangen; denn was soll es heißen, Erklärungen abgeben über ein Weltprinzip, wenn man die Silben eines Wortes einzeln erklärt, wie «sul» und «phur»? — Das liegt der modernen Seele ganz fern.