Jakob Böhme
Am ehesten ist also die ganze Seelenverfassung, die ganze innere Stimmung, zu welcher Jakob Böhme kommt, mit dem zu vergleichen, was einem Menschen in seinem Seelenleben begegnet, der zu einem übersinnlichen Erkennen aufsteigt. Zwar zeigt sich nirgends, daß schon so etwas, was : die moderne Geisteswissenschaft als ihre Methoden verkündet, sich bei Jakob Böhme findet. Aber der würde dennoch unrecht haben, welcher glauben wollte, das alles trete wie von selbst bei Jakob Böhme auf. Er selbst sagt einmal, daß er unablässig gerungen habe nach des Geistes, nach Gottes Beistand, und daß sich nach diesem unablässigen Ringen ergeben habe eine lichtvolle, imaginative Welt. So können wir nicht sagen, daß er einfach ein naiver imaginativ Erkennender ist, sondern wir müssen sagen, daß er naiv zu den Mitteln greift, welche den Menschen zu der Höhe des imaginativen Erkennens hinaufführen. In seiner Seele ist natürlich eine solche imaginative Kraft anzunehmen. Er kommt also auf ganz denselben Wegen, nur rascher, selbstverständlicher, zur imaginativen Erkenntnis, als man durch jene Methoden dazu kommen kann, wie sie in dem Buche «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» geschildert sind.