Jakob Böhme

GA 62/1913-01-09/p021 ·1913-01-09 · original (original)
Record: unknown. How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.

So steht Jakob Böhme als ein imaginativ Erkennender vor uns. Aber mit Urgewalt, wie selbstverständlich, ringt sich dieses imaginative Erkennen, wie getragen von einem starken innerlichen Willen, an die Oberfläche. So sehen wir bei ihm diesen starken innerlichen Willen, der sich nicht in äußeren Taten ausleben kann - sein bescheidener Beruf hindert ihn daran -, wie eine Flut seine Seele umgebend, so daß die Seele in diese Flut eintaucht. Und aus diesem Willen sehen wir mächtige Bilder herausgeboren werden, durch die er sich die Weltenrätsel zu lösen versucht. Nicht allein so sehr auf die einzelnen Resultate, als auf diese Stimmung und Verfassung seiner Seele kommt es bei Jakob Böhme an. Er fühlt, daß er in seinem Streben zu etwas getrieben wird, was nicht das gewöhnliche erkennende menschliche Ich ist, sondern was mit den Kräften zusammenhängt, welche den Menschen vom Unterbewußten seiner Seele, von den Tiefen seiner Seele aus mit dem ganzen Kosmos verbinden, mit dem also, was draußen in der Natur webt und lebt.

Read this passage in another edition
DEoriginalENEnglish
Raw JSON: /v1/steiner/de/ga/62/1913-01-09/p021.json
Cite: GA 62/1913-01-09/p021 · edition original