Jakob Böhme

GA 62/1913-01-09/p029 ·1913-01-09 · original (original)
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Jetzt begreifen wir, wenn wir ihn so ins Auge fassen, wie er mit einer Aufgabe ringen konnte, die uns auch sonst in seiner Zeit entgegentritt und die andere Geister lange beschäftigt hat, sogar den größten Geist der neueren Zeit. Dasselbe sechzehnte Jahrhundert, in welches die Geburt Jakob Böhmes fällt, hat ja das Faust-Rätsel geboren, das neben den strebenden und ringenden Menschen hinstellt des Menschen Widersacher, der die strebende Natur des Menschen herunterzieht in das Niedrige, Sinnliche, in das, was die Zeit Jakob Böhmes «das Teuflische» genannt hat. Dichterisch hat dann Goethe noch immer mit dem Problem gerungen, welches das «Böse» in den Weltenzusammenhang hineinstellt. Muß nicht der Mensch immer wieder und wieder fragen: Wie kommt es, daß in das harmonische All, in die weise Weltenführung sich das Irreguläre, das Nichtzweckmäßige feindlich hineinstellt? Und die Frage nach dem Ursprunge des Bösen liegt in dem Faust-Rätsel. Sie liegt eigentlich schon in dem Buche Hiob, aber sie trat ganz besonders gewaltig im sechzehnten Jahrhunderte hervor.

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