Jakob Böhme

GA 62/1913-01-09/p041 ·1913-01-09 · original (original)
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So sieht Jakob Böhme in dem Guten die Kraft, die sich ihren Gegenwurf einverleibt, wie sich der Mensch in der Erinnerung immer mehr das einverleibt, was er selber erst aus dem Bewußtsein herausgesetzt hat. So finden wir ein fortwährendes Aufsaugen des Bösen und dadurch ein Bereichern der Gutheit mit der Bösheit. Und wie Finsternis sich zum Licht verhält, indem das Licht in die Finsternis hineinscheint und dadurch erst sichtbar wird, so wird das Gute erst wirksam, indem es in das Böse hineinwirkt und sich zu dem Bösen verhält wie Licht zu Finsternis. Wie sich Licht an Finsternis zu den verschiedenen Farben abstuft und nicht als Licht erscheinen könnte, wenn ihm nicht Finsternis entgegenstünde, so kann das Gute nur seine Weltenfunktion verrichten, indem es sich selber an seinem Gegenwurfe, an dem Schlechten erlebt.

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