Fairy Tales in the Light of Spiritual Investigation
Ein kindliches Gemüt — die Erfahrung, das Erlebnis kann das durchaus zeigen — kommt oftmals dazu, in seinem Innern sich etwas zu erschaffen wie einen einfachen Genossen, einen Genossen, der eigentlich nur für dieses kindliche Gemüt da ist, der es aber doch begleiter, der mittut bei den verschiedensten Lebensereignissen. Wer sollte zum Beispiel nicht Kinder kennen, welche gewisse unsichtbare Freunde mit sich durchs Leben führen, Freunde, von denen Sie sich vorstellen müssen, daß sie da sind, wenn etwas geschieht, was die Kinder freut, welche teilnehmen müssen als unsichtbare Geistesgenossen, Seelengenossen, wenn das Kind dieses oder jenes erlebt? Man kann im Bereiche des menschlichen Erfahrens recht oft zu dem Erlebnis kommen, wie schlimm es auf das kindliche Gemüt wirkt, wenn dann der «verständige» Mensch kommt und hört, wie das Kind einen solchen Seelengenossen hat, und ihm nun diesen Seelengenossen ausreden möchte, es vielleicht sogar für das Kind heilsam hält, diesen Genossen ihm auszureden. Das Kind trauert um seinen Seelengenossen. Und wenn es empfänglich ist für geistig-seelische Stimmungen, so bedeutet diese Trauer noch viel mehr, kann ein Kränkeln, ein Siechwerden des Kindes bedeuten. Das ist ein durchaus reales Erlebnis, das mit tief innern Ereignissen der Menschenseele zusammenhängt.