13. Die Moral im Lichte der Geistesforschung

GA 62/1913-04-03/p006 ·1913-04-03 · original (original)
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Nun wird, wenn an moralische Dinge herangetreten wird, für eine einigermaßen sinnige Betrachtungsweise der Dinge eine gewisse, man möchte sagen heilige Scheu vor dem Gebiete, das man da betritt, von vornherein notwendig gegeben sein. Betritt man doch dasjenige Gebiet, welches zu Urteilen hinblickt, die im intensivsten Sinne über Wert und Unwert der Menschenseele entscheiden wollen, und ahnt man doch sofort, wenn man dieses Gebiet betritt, daß man damit in unergründliche Tiefen des menschlichen Seelenseins hineingreift, in solch unergründliche Tiefen, daß man gerade auf diesem Gebiete nicht leichten Herzens mit irgendeinem abschließenden Urteile bei der Hand sein möchte. Auch in dieser Beziehung hat Schopenhauer einen bedeutungsvollen, oft zitierten Ausspruch getan: «Moral predigen ist leicht, Moral begründen schwer.» Was meint Schopenhauer mit diesem Ausspruch?

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