13. Die Moral im Lichte der Geistesforschung

GA 62/1913-04-03/p017 ·1913-04-03 · original (original)
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Die Imagination tritt ja beim Geistesforscher so auf, daß gleichsam wie auf dem Horizonte seines Bewußtseins zunächst aus seinem Seelenleben, dann aus dem Wesen des allgemeinen Geisteslebens Bilder auftauchen. Diese Bilder, welche so auftauchen, und deren Bedeutung wir bereits geschildert haben, müssen verschieden sein, je nachdem der Mensch von dieser oder jener Seelenverfassung ausgeht, die er schon hier in der physischen Welt hat. Eine solche Seele, welche hier in der physischen Welt den Sinn für den rechten, wahren Zusammenhang von Tatsachen entwickelt, sie wird, wenn sie durch die geschilderten Methoden zur Imagination emporsteigt, die innere Verfassung für den wahrhaften Zusammenhang der Dinge mit sich in die höheren Welten hinauftragen. Daher können wir sagen, eine Seele, die wahrhaft innerhalb der Tatsachen in der physisch sinnlichen Welt zu leben versteht, trägt ihre Wahrhaftigkeit mit hinauf in die geistigen Welten. Eine Seele aber, welche durch Ungenauigkeit — und von der Ungenauigkeit, das ist schon angedeutet worden, bis zum Irrtum, ja sogar bis zur Lügenhaftigkeit, ist nur ein kleiner Schritt —, welche durch Unwahrhaftigkeit hier in bezug auf die Sinnestatsachen der physischen Welt gekennzeichnet ist, eine solche Seele bringt sich die innere Verfassung der Unwahrhaftigkeit mit hinauf in die Welt, wo die Imaginationen, die Bilder der geistigen Welt auftauchen sollen. Und die Folge davon ist, daß aus ihrer Unwahrhaftigkeit, die ja nicht mit der Welt übereinstimmt, sondern die nur dem eigenen Innern entspringt, sich eine solche Welt von Bildern aufbaut, die selber nur ein Ausfluß der betreffenden Persönlichkeit ist.

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