13. Die Moral im Lichte der Geistesforschung

GA 62/1913-04-03/p028 ·1913-04-03 · original (original)
Record: unknown. How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.

Wenn man im Sinne der Geisteswissenschaft spricht, so muß man das Prinzip des Mitleids noch etwas erweitern, und es tritt dann vor unsere Seele hin, was man bezeichnen kann als das teilnehmende Interesse, als die teilnehmende Aufmerksamkeit für alles, was in der Umwelt um uns herum geschieht. Denn wahres, inneres Interesse an einer Freude, die erlebt wird, hat der Mensch nicht, der nicht diese Freude miterleben kann, und wahres, tiefes Interesse an dem Leide eines anderen Wesens hat der Mensch nicht, der das Leid nicht in sich mitleiden kann. In vieler Beziehung fallen Mitleid, Mitgefühl und Interesse zusammen. Wirkliches, wahres Interesse haben, heißt Liebe haben. Denn man kann nicht Interesse haben, ohne im wahren Sinne des Wortes Liebe, ohne Mitgefühl zu haben.

Read this passage in another edition
DEoriginalENEnglish
Raw JSON: /v1/steiner/de/ga/62/1913-04-03/p028.json
Cite: GA 62/1913-04-03/p028 · edition original