13. Die Moral im Lichte der Geistesforschung

GA 62/1913-04-03/p035 ·1913-04-03 · original (original)
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Wenn in der Seele statt Starkmut, statt moralischem Mut, eine gewisse innere Gleichgültigkeit entwickelt wird, eine gewisse innere Leichtigkeit, ein gewisses Zurückweichen vor dem Sichtreusein in der Seele, vor dem Durchbringen desjenigen, was man als wahr und richtig erkannt hat, so wird, weil dies auf die Inspiration wirkt, ein solches Leben der Seele, in welcher diese Erziehung zum Starkmut außer acht gelassen wird, dadurch gleichsam solche Ursachen legen, die wie inspirierend ins nächste Leben hinüberwirken und dort die Seele zum Selbstling, zum Egoisten machen. Egoismus in einem Leben ist gleichsam inspiriert aus dem vorhergehenden Leben dadurch, daß in diesem letzteren nicht in der Seele moralischer Mut gewaltet hat. Und Gleichgültigkeit gegenüber aller Außenwelt, Interesselosigkeit, Unaufmerksamkeit, selbstsüchtiges verschlossenes Wesen üben, wirkt so, daß es, gleichsam wie eine Intuition, dieses gegenwärtige Wesen hinüberschickt in die nächste Verkörperung, in das nächste Erdenleben, und dieses so intuitiert, daß dieses nächste Leben auch die Früchte davon trägt, das heißt, daß es dann in seinen Anlagen schon eine Entfremdung mit der Umwelt, ein Nichtzusammenhängen mit der Umwelt erzeugt.

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Cite: GA 62/1913-04-03/p035 · edition original