13. Die Moral im Lichte der Geistesforschung
So versöhnt uns die geisteswissenschaftliche Auffassung der Moral mit dem, was wir den wahren Wert der Menschenseele nennen können. Sie legt uns die Worte in den Mund, die uns gegenüber vielem, was wir brauchen - an Kraft der Freude und des Überflusses, an Kraft des Geistes und der Seele, an Trost für viele Leiden des Lebens -, annehmen lassen, daß es in jeder Lage der Menschenseele, auch wenn sich diese Seele in diesem oder jenem nicht bewußt ist, vieles gibt, wo die Seele von sich sagen darf: Wenn es noch so sehr verborgen ist, etwas ist in mir, was sich zum Guten bekennt! Und das trägt am meisten bei, wenn die Seele Kraft braucht, um sich aufrechtzuerhalten, trägt am meisten bei zur Kraft des Lebens und zur Kraft der Arbeit, wenn die Menschenseele, trotz vieler Verirrung auf moralischem Gebiete, sich dennoch sagen darf - und sie darf es sich sagen, wenn sie sich durch Geisteswissenschaft selbst erkennt -, was Theone in dem Drama «Helena» des griechischen Dichters Euripides sagt: