{"corpus":"steiner","locus":"GA 63/1914-01-15/p032","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Nun liegt aber etwas vor, was wiederum wie ein Widerspruch erscheinen könnte. Aber man möchte sagen: von solchen lebendigen Widersprüchen lebt die Welt. Es mußte betont werden: man muß sich in der Seele erkraften; gerade das Ego, das Ich müsse stärker werden, um in die geistige Welt einzudringen. Aber wenn man nun bei seinem geistigen Aufstieg nur den Egoismus entwickeln wollte, so würde man nicht weit kommen. Was heißt das aber? Es heißt: man muß schon ohne den Egoismus in die geistige Welt eintreten; respektive man kann nicht ohne den Egoismus eintreten — was wehmütig jeder bekennen muß, der in die geistige Welt hineinkommt -, so muß man alles Egoistische so objektiv vor sich haben, daß man es als sein Egoistisches, mit dem man verbunden ist in der äußeren Welt, schaut. Man muß also ein unegoistischer Mensch zu werden trachten mit den Mitteln des physischen Lebens, weil man in der geistigen Welt nicht mehr Gelegenheit hat, unegoistisch zu werden, weil es dort auf die Erkraftung des seelischen Lebens ankommt. Das ist der nur scheinbare Widerspruch. Wir müssen in der geistigen Welt, auch wenn wir durch die Pforte des Todes in die geistige Welt schreiten, dort mit dem leben, was in unserem Inneren an Stärke vorhanden ist. Aber wir können diese nicht erlangen, wenn wir sie nicht erlangen durch das altruistische Leben in der physischen Welt. Altruismus in der physischen Welt spiegelt sich als der richtige, den Wert erhöhende Egoismus der geistigen Welt.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Das Böse im Lichte der Erkenntnis vom Geiste","site_heading":null,"date":"1914-01-15","location":null,"word_count":242,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/63/1914-01-15/p032","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/63/1914-01-15/p032"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/63/1914-01-15/p032","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}