Das Böse im Lichte der Erkenntnis vom Geiste
Das sollte heute ausgeführt werden, daß diejenigen Unrecht haben, welche glauben, aus dem materiellen Dasein heraus, weil die Seele in ein materielles Dasein verstrickt ist, könne man durch dieses Verstricktsein gleichsam der Materie den Impuls des Bösen zuschreiben. Nein, das Böse entsteht gerade durch die geistigen Eigenschaften und durch die geistigen Betätigungsmöglichkeiten des Menschen. Und wir mußten uns sagen: Wo bliebe die Weisheit in der Weltenordnung, die den Menschen darauf beschränken wollte, bloß in der Sinneswelt das Gute zu entfalten - und nicht das Böse, wenn sie ihm dadurch, wie wir gesehen haben, notwendigerweise die Kraft nehmen müßte, um in der geistigen Welt vorwärts zu kommen? Dadurch daß wir ein Wesen sind, das der physischen Welt und der geistigen Welt zugleich angehört, und daß in unsnicht die Unvollkommenheit, sondern die Vollkommenheit das geistige Gesetz ist, sind wir in die Lage versetzt, wie ein Pendel, das nach der einen Seite ausschlagen kann; und wir sind in die Lage versetzt nach der anderen Seite ausschlagen zu können, weil wir Geistwesen sind, welche Geistiges in die physische Welt hereintragen können, um es dort als Böses zu verwirklichen, wie andere, vielleicht gegenüber dem Menschen höher stehende Wesen das Böse dadurch verwirklichen konnten, daß sie in die Sinneswelt hereingetragen haben, was nur der Geisteswelt angehören soll.