Zwischen Tod und Wiedergeburt des Menschen
Nun dauert dieses Erleben der Seele in der objektiv gewordenen Gedankenwelt verschieden lange, individuell verschieden für die einzelnen Menschen, aber doch nur nach Tagen. Denn nach Tagen - ich habe in meiner «Geheimwissenschaft im Umriß» darauf aufmerksam gemacht, wie dies mit dem menschlichen Leben zusammenhängt -, nach Tagen erlebt dann der Mensch, der durch die Pforte des Todes geschritten ist, wie diese ganze Welt, die gleichsam seine Welt geworden ist, sich entfernt, sich wie in einer geistigen Perspektive von ihm entfernt, wie wenn sie weit, weit in der geistigen Sphäre von ihm wegginge. Nach Tagen dauert es, bis der Zeitpunkt dieses Weggehens, dieses Immer-dünner-und-dünner-Werdens, dieses Immer-nebeliger-und-nebeliger-, Immer-dämmeriger-und-dämmerigerWerdens der Gedankenwelt eintritt, die da in die Ferne rückt. Ich habe in meiner «Geheimwissenschaft» darauf aufmerksam gemacht, daß es sich der geisteswissenschaftlichen Forschung ergibt, daß es bei denjenigen Menschen länger dauert, die im Leben vor dem Tode leichter, ich will sagen, ohne die Kräfte zu verlieren, die Tage ohne zu schlafen zubringen können. Solange man im Leben ungefähr fähig ist, die Tage ohne zu schlafen zuzubringen, solange dauert dieses Erinnerungstableau. Das kann man durch die geisteswissenschaftliche Forschung herausfinden. Wer daher früher ermüdet-aber dabei kommt es vor allem darauf an, welche Kräfte der Mensch hat -, wer es also gar nicht ohne Schlaf aushalten kann, wenn es nötig sein sollte einmal länger zu wachen, bei dem entfernt sich das Erinnerungstableau früher als bei einem, der sich anstrengen kann, um seine Kräfte länger ohne Schlaf aufrechtzuerhalten. Man braucht sich aber nicht nach dieser Richtung anstrengen, sondern es handelt sich nur darum, was der Mensch in dieser Beziehung möglicherweise leisten kann.