{"corpus":"steiner","locus":"GA 63/1914-03-19/p014","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Wenn man geisteswissenschaftlich nachzuforschen versucht, wie lange diese Zeit dauert, so kommt man darauf, daß ohne Einfluß auf diese Jahre nach dem Tode, deren Inhalt eben geschildert worden ist, das Leben in den ersten Kindesjahren ist. Das Leben von der Geburt bis zu dem Zeitpunkte, bis zu welchem wir uns später zurückerinnern, wo wir unser Selbstbewußtsein innerlich erleben lernen, diese Zeit ist für diese Jahre zunächst bedeutungslos, und auch das Leben, das auf die Mitte der Zwanzigerjahre folgt, ist für die einzelnen Menschen mehr oder weniger nicht von Bedeutung für die Länge jenes Seelenzustandes, den ich eben geschildert habe; so daß man etwa die Zeit zwischen dem dritten, vierten, fünften Lebensjahre und der Mitte der Zwanzigerjahre, dem vierundzwanzigsten, fünfundzwanzigsten Jahre, als die durchschnittliche Zahl an Jahren anzunehmen hat, welche die Seele so durchlebt, wie es eben geschildert worden ist, daß die Seele ihr Selbstbewußtsein dadurch hat, daß sie weiß: Fortgegangen ist deine Gedankenwelt mit deinen Lebenserfahrungen, sie ist jetzt in der Ferne. Du hast einen Zusammenhang, eine Verwandtschaft zu diesem Gedankenerlebnis, und du mußt es wieder finden, denn es ist das, wodurch du im Erdenleben geworden bist, was du bist; aber es hat sich entfernt. Wie einem Außenleben, von dem man weiß, daß es da ist, steht man diesen in Gedanken verwandelten Lebenserfahrungen gegenüber. Und die andere Welt, die man nach dem Tode durchlebt, wenn diese Gedankenwelt fortgegangen ist, sie durchlebt man so, daß man sie in dem in seinem Innern erstarkten Wollen und Fühlen erlebt.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Zwischen Tod und Wiedergeburt des Menschen","site_heading":null,"date":"1914-03-19","location":null,"word_count":246,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/63/1914-03-19/p014","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/63/1914-03-19/p014"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/63/1914-03-19/p014","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}