{"corpus":"steiner","locus":"GA 63/1914-03-19/p016","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Wenn wir durch das Auge die Gegenstände der Außenwelt sehen, sagen wir, wir sehen sie, wenn Licht von irgendeiner Lichtquelle auf sie fällt, so sind sie uns dadurch bewußt, daß sie von diesem Licht beleuchtet werden, wenn wir sie sehen. Indem wir nun aus dem Zustande des Rückfühlens auf unser letztes Erdenleben uns hineinleben in den objektiven Zustand der geistigen Welt, haben wir das Erlebnis: Du hast da aus der Zeit des letzten Erdenlebens in dir etwas ausreifen lassen wie inneres Licht, wie innere Seelenkraft, und das gibt dir jetzt immer mehr die Möglichkeit, die äußere Welt der geistigen Wesenheiten und Vorgänge anzuschauen und wahrzunehmen, innerhalb ihrer zu leben. Kann man die Zeit jenes geschilderten Seelenzustandes wie eine Art Abgewöhnen des Zusammenhanges mit dem durchlebten Erdenleben empfinden, wie ein Sichherausreißen aus ihm, wie ein Sichfreimachen von demselben, so erlebt man nun, daß im tiefsten Innern dieses fühlenden Wollens und wollenden Fühlens jene Innenwelt, die im Grunde genommen die Innenwelt vieler Jahre ist, in sich gereift hat — wie die Pflanzenblüte den Samen in sich gereift hat — dieses innere Licht, das man von sich wie eine Kraft ausbreitet und durch das einem die Vorgänge und Wesenheiten der äußeren geistigen Welt sichtbar werden. Man weiß dann: hätte man nicht dieses innere Licht in sich ausgebildet, so wäre es dunkel um einen in der geistigen Welt, so würde man nichts wahrnehmen. Die Kraft, die man anwenden muß, um den Zusammenhang mit dem letzten Erdenleben zu überwinden, ist zugleich diejenige Kraft, die aufgewendet werden muß und die wieeineinnere Leuchtkraft ist. Da erwacht eine Seelenkraft, für die man erst recht keine Worte in der gewöhnlichen Welt hat, denn so etwas gibt es im gewöhnlichen Sinnesleben nur für den, der durch Geistesforschung eben in die geistige Welt eindringt. Wenn ich mich eines Wortes bedienen will für das, was der Mensch wie eine aus ihm selbst herauskommende Kraft der Beleuchtung der geistigen Umwelt erlebt, so möchte ich sagen: Es ist etwas wie eine kreative Willensentfaltung, die zugleich von intensivem Fühlen durchdrungen ist. Etwas Schöpferisches ist da drinnen; man fühlt sich wie einen Teil des Weltalls, der aber in diesem eben besprochenen Teile schöpferisch ist, der die geistige Welt überströmt. Und man hat die Empfindung: Dieses Sichwissen als einen Teil des Weltalls macht dir die geistige Welt erst fühlbar, wissend erlebbar, indem man das erlebt, was man nennen kann die «Seelenheit» nach dem Tode und ein Sicheinleben in das, was immer mehr und mehr an Sichtbarkeit, an Erlebbarkeit an einen herantritt.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Zwischen Tod und Wiedergeburt des Menschen","site_heading":null,"date":"1914-03-19","location":null,"word_count":414,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/63/1914-03-19/p016","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/63/1914-03-19/p016"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/63/1914-03-19/p016","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}