Zwischen Tod und Wiedergeburt des Menschen
Betrachten wir diesen Fall, der sich durchaus der geistigen Erfahrung ergibt. Wenn wir im Erdenleben stehen, so machen wir durchaus nicht alle die Erdenerfahrungen, die wir machen könnten. Es braucht ja nicht der Geisteswissenschaft, um dies einzusehen; denn wenn schon im Erdenleben vieles an unserer Aufmerksamkeit vorbeigeht, so muß man um so mehr sagen, daß vieles an uns herandringt, was wir uns nicht zum Bewußtsein bringen. Mit andern Worten: wenn wir achtgeben, dann müssen wir uns gerade gestehen, daß wir nicht die Erfahrungen machen, welche wir machen könnten. Aber die Erfahrungen, die Erlebnisse, kommen doch an uns heran. Wenn wir uns dem Leben gegenüber als Schüler betrachten, so müssen wir sagen: alles das kommt an uns heran. Dieses Erlebnis gehört auch zu unseren Erfahrungen im Leben zwischen Tod und Wiedergeburt. Aber wenn wir in die zweite Hälfte dieses Lebens kommen, haben wir uns davon überzeugt: Du kannst jetzt nicht mit allem, was du dir angeeignet hast, zu dem Punkte kommen, wo du dich mit einem neuen Erdenleben voll verbinden kannst. Da tritt dann die Notwendigkeit ein, sich früher, als es durch die davongeeilten Gedanken notwendig wäre, mit einem neuen Erdenleben zu verbinden — und sich dabei vorzuhalten: Erst in einem weiteren Erdenleben, ja vielleicht erst nach zwei oder drei Erdenleben wirst du an dem Punkte angelangt sein, wo du deine jetzt fortgeeilten Gedanken erlebst. Das wird bei einem solchen Menschen bewirken, daß er nicht das intensive Verlangen nach dem Erdenleben hat, wie er es im anderen Falle haben würde und das Leben voll ergreifen würde. Es gibt die Möglichkeit, daß der Mensch sich nicht intensiv genug mit dem Erdenleben verbindet; er hat wohl die Kraft erlangt, sich wieder zu verkörpern, aber nicht jene Kraft, daß er alles hätte erleben können, was zu erleben war. Daher hat er in einem solchen Falle nicht genug in den 'Tiefen der Seele liegende Freude am Erdenleben. Alles was einen Menschen dazu bringt, das Erdenleben nicht wichtig genug oder nicht voll genug zu nehmen, kommt von dieser Seite her. Und hier zeigt sich dem Geistesforscher etwas, was ihm oft schwer auf der Seele liegt.