Zwischen Tod und Wiedergeburt des Menschen

GA 63/1914-03-19/p027 ·1914-03-19 · original (original)
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Der Geistesforscher findet zum Beispiel ein Leben, welches in der Zeit zwischen Geburt und Tod früher, als es normal ist, entweder durch Krankheit oder durch Unglück abgeschlossen wird. Im wesentlichen wirkt das für das andere Leben zwischen Tod und Wiedergeburt so, daß durch das frühzeitige, sei es durch Unglück oder durch Krankheit herbeigeführte Eindringen in die geistige Welt Kräfte für die Seele geschaffen werden, welche sonst für sie nicht dagewesen wären. So sonderbar es klingt, so paradox es erscheinen mag: was uns aus unserm früheren Erdenleben fehlen kann, um alle Kräfte zu entwickeln, die uns wiederum durch andere Verhältnisse eigen sein können, das kann uns vielleicht nur dadurch kommen, daß wir unser Leben früher abschließen, als es für einen Menschen normal ist. Niemals aber wird die Geisteswissenschaft einem Menschen irgendwie die Berechtigung für einen künstlichen Abschluß des Lebens geben, der von ihm selbst vor dem normalen oder dem durch sonstige Verhältnisse herbeigeführten Lebensende ausgehen könnte.

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