{"corpus":"steiner","locus":"GA 63/1914-04-23/p008","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Und dann haben wir anderes gesehen, wovon man sagen kann, daß es das eben Gesagte sogar noch weiter bekräftigt und erhärtert: daß alles, was zunächst an äußeren Sinneswahrnehmungen oder an Denken und Vorstellen, die an das Gehirn gebunden sind, dem Menschen zur Verfügung stehen, der Geistesforschung keine Erkenntniskräfte liefern kann, sondern daß die Geisteswissenschaft zunächst appellieren muß an die Belebung von Kräften, welche sonst in der Seele schlummernd bleiben. Aufmerksam habe ich gemacht, daß die wirklich im echten wahren Sinne hellseherisch zu nennende Erkenntnis darauf beruht, daß in jedem Augenblick der geisteswissenschaftliche Forscher in die Vorgänge und Dinge, die er erkennen will, selber untertauchen muß, und daß dies, was er wahrnehmen und erkennen will, sofort erlischt, wenn er nicht mit seiner ganzen tätigen Seele untertaucht. Einer äußeren Farbe oder einem äußeren Ton gibt man sich passiv hin; sie wirken auf uns. Was wir in der geistigen Welt erkennen wollen, kann nur in Tätigkeit erkannt werden. In dem Augenblick, wo wir uns in der geistigen Welt mit passiver Seele den Dingen und Wesenheiten gegenüberstellen, würde das Erkannte erlöschen oder sich in Halluzinationen oder Illusionen verwandeln, wenn es noch da ist. Keinen Augenblick darf die Seele auf dem geistigen Felde ruhen.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Geisteswissenschaft als Lebensgut","site_heading":null,"date":"1914-04-23","location":null,"word_count":199,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/63/1914-04-23/p008","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/63/1914-04-23/p008"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/63/1914-04-23/p008","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}