{"corpus":"steiner","locus":"GA 63/1914-04-23/p011","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Ich habe es aus dieser Gesinnung heraus bisher geradezu vermieden, obwohl das in der Zukunft einmal bei schwierigen Problemen nicht wird vermieden werden können, irgendwie durch Illustrationen oder Lichtbilder diesen Vorträgen zu Hilfe zu kommen. Die moderne Seele ist nur zu sehr geneigt, irgend etwas passiv anzuschauen. Aber was die Geisteswissenschaft zutage fördert, muß innerlich ergriffen werden, muß mitgedacht, mitgefühlt, ja oftmals mitgewollt und mitempfunden werden. Indem die Geisteswissenschaft an das appelliert, was zwar in jeder Seele vorhanden ist, aber in den Seelen oft nur schlummert, ruft sie in der Seele für das geistige Leben selbst Kräfte auf, die, wenn sie für dieses betätigt werden, ein hohes Lebensgut darstellen, ein Lebensgut, welches immer mehr und mehr von den Menschenseelen gebraucht werden wird. Nur wer kurzsichtig ist, könnte leugnen, daß dieses Menschenleben immer komplizierter und komplizierter wird, daß unsere Entwickelung im Erdendasein so verläuft, daß immer mehr und mehr innere Orientierungskräfte notwendig sein werden, um nach jeder Richtung hin mit dem Leben zurecht zu kommen. Außer den mancherlei anderen Gründen, die für das Eintreten der Geisteswissenschaft in die Gegenwartskultur sprechen, ist vor allen Dingen auch der geltend, daß die Menschenseelen, rein um sich äußerlich im Leben zu orientieren, diese stärkeren Kräfte werden beanspruchen müssen, je mehr wir uns in die Zukunft hineinleben. Das Leben selbst wird diese stärkeren Kräfte von den Menschenseelen verlangen.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Geisteswissenschaft als Lebensgut","site_heading":null,"date":"1914-04-23","location":null,"word_count":222,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/63/1914-04-23/p011","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/63/1914-04-23/p011"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/63/1914-04-23/p011","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}