Geisteswissenschaft als Lebensgut

GA 63/1914-04-23/p035 ·1914-04-23 · original (original)
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Jene Menschen, die selbst noch ein solches materialistisch-atomistisches Weltgebäude aufbauen, die sozusagen an seinem Ursprunge stehen, betätigen dabei noch ihre Seele. Haeckel selber, Ostwald, seine nächsten Schüler und andere, die sind noch aktiv dabei; die können noch innere Kräfte ausbauen, und man könnte noch das, was sie mit ihrer Wissenschaft sich selbst innerlich erarbeiten, mit dem vergleichen, was durch die Geisteswissenschaft gewonnen wird, indem diese an die inneren Seelenkräfte des Menschen appelliert. Bei denen aber, die bei dem Zustandekommen solcher materialistischer Weltansichten nicht mehr in erster Reihe stehen, oder wo eine solche Weltauffassung passiv übernommen wird, da entspricht das, was als materialistische Weltanschauung auf die Seele wirkt, einem Nahrungsmittel, das nicht verdaut wird, das die Kräfte nicht entwickeln kann, die entwickelt werden müssen, wonach die Seele wirklich hungert. Man kann ja auch den Hunger sich vertreiben, ohne daß man wirklich ißt. Es geht. Aber was der Hunger andeutet, das kann nicht vertrieben werden für den äußeren Organismus ohne Essen. So kann man auch den Hunger der Seele nach geistigem Lebensgut ersticken, indem man durch materialistische Weltanschauung den Appetit für das geistige Leben verdirbt. Aber auf die Dauer geht das für die Menschenseele nicht.

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