Geisteswissenschaft als Lebensgut

GA 63/1914-04-23/p042 ·1914-04-23 · original (original)
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Nur nebenbei soll erwähnt werden, daß über diesen Hochschulbau für Geisteswissenschaft in Dornach alle möglichen Märchen in die Welt gesetzt werden, so zum Beispiel das jüngste Märchen, das mir auf den Tisch gelegt worden ist: daß diese Hochschule, die in der Tat einmal in München gebaut werden sollte, deshalb nicht gebaut werden konnte, weil wir dort abgewiesen worden wären. Und allerlei anderes märchenhaftes Zeug wird im Zusammenhang damit vorgebracht. In Wahrheit aber verhalten sich die Dinge so, daß wir nicht abgewiesen worden sind, sondern daß gewisse Kreise in München, die immerhin, wenn etwas verwirklicht werden soll, erst gefragt werden müssen, mit ihrem Sachverständigenurteil nicht fertig werden konnten. Die Verhältnisse lagen also so, daß diese Kreise mit ihrem Sachverständigenurteil wohl zehn Jahre auf sich warten lassen konnten; wir konnten aber mit dem Bau nicht zehn Jahre warten! — Ein anderes Märchen erzählt, daß wegen des Baues unter verschiedenen Städten eine Art Wettstreit entstanden wäre, und daß andere Städte bei diesem allgemeinen Wettbewerb der Städte gegen München den Sieg davongetragen hätten. Es soll damit nichts gesagt sein gegen die ja kunstreiche Stadt München; aber das darf doch gesagt werden: wenn es jetzt den Münchenern leid geworden sein soll um die nun wo anders gebaute Hochschule für Geisteswissenschaft, so haben sich doch nicht so viele Städte darum gerissen! So gerissen hat man sich noch nicht um uns. Im übrigen ist die betreffende Zeitung nicht besonders gut unterrichtet, wenn sie schreibt: es «scheine» Basel als günstigste Stadt aus diesem Wettbewerb hervorzugehen.

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