6. Geist-Erkenntnis in glücklichen und ernsten Stunden des Lebens
Es ist ganz natürlich und selbstverständlich, daß für das zum materialistischen Denken hinneigende Bewußtsein unserer Zeit es absurd, paradox, vielleicht lächerlich erscheint, wenn Geistesforschung heute davon spricht, daß der Mensch nicht nur aus demjenigen bestünde, was die äußere Wissenschaft — Biologie, Physiologie usw. — von diesem Menschen erkennt, und was die auch nur an die äußeren Tatsachen sich haltende sogenannte Psychologie erkennt; sondern wenn diese Geistesforschung behauptet, daß der Mensch in Wahrheit aus einer Reihe von Gliedern zusammengefügt ist, von denen das physisch Materielle, das Körperliche des Menschen nur eines ist, während die andern Glieder — eben nur durch die erwähnte Geist-Erkenntnis wahrnehmbar — im Unsichtbaren, Übersinnlichen walten und von dort aus an den Menschen tätig sind. Wie gesagt: ganz natürlich ist es, daß heute noch vielleicht darüber gespottet wird, daß man dagegen polemisiert, daß der Mensch nicht nur den physischen Leib habe, der ihm in der Sinneswelt zu den äußeren Taten und dem äußeren sinnlichen Wahrnehmen dient, sondern daß er feinere Glieder, geistigere Glieder der Menschennatur habe. Daß der Mensch außer dem physischen Leibe zunächst einen sogenannten ätherischen Leib habe, einen feineren Leib, «feiner» im Gegensatz zu den Verhältnissen des groben physischen Leibes; daß diese zwei Glieder der menschlichen Wesenheit diejenigen sind, die von dem Menschen im physischen Dasein auch dann verbleiben, wenn der Mensch in die Bewußtlosigkeit des Schlafes untertaucht; daß aber höhere Glieder, geistigere Glieder der menschlichen Natur — diejenigen, welche wir den astralischen Leib und das Ich des Menschen nennen — vom Einschlafen bis zum Aufwachen übergehen in eine geistige Welt. Das hat die Geisteswissenschaft zu erkennen, und des weiteren auch, daß diese Glieder der menschlichen Natur, die im Schlafzustande im Unbewußten ruhen, die eigentlichen Akteure, das eigentliche Tätige sind, das den physischen und den ätherischen Leib beseelt und durchkraftet, das in ihn einzieht, wenn der Mensch aus dem Schlafe wieder aufwacht.