8. Was ist am Menschenwesen sterblich?

GA 64/1915-02-26/p005 ·1915-02-26 · original (original)
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Wir können uns die Frage vorlegen und müssen sie uns angesichts alles desjenigen, was innerhalb der heutigen materialistischen Weltanschauung zutage getreten und verhandelt worden ist, vorlegen: Kann der Materialismus dem Menschen in bezug auf seine berechtigten geistigen Fragen irgendeine Antwort geben, oder kann der Materialismus den Beweis liefern, daß die Fragen, die eine geisteswissenschaftliche Weltanschauung aufwerfen muß, unberechtigt sind, daß sie sich gewissermaßen auf nichts beziehen? — Wenn man, sehr verehrte Anwesende, weiß, wie tief verankert die materialistische Weltanschauung in demjenigen ist, was vielen Menschen heute als das einzig wahrhaft Wissenschaftliche gilt, dann muß man diese Fragen mit einer ganz besonderen Intensität aufwerfen. Denn innerhalb der heutigen Wissenschaft, besser gesagt innerhalb der Anschauung, die sich für viele aus der heutigen Wissenschaft ergibt, liegen starke Impulse, die gegen die Wissenschaft vom Geiste einnehmen. Es liegen in dieser heutigen Wissenschaft viele Machtmittel, die ins Feld geführt werden können gegen so manches, was der eine oder andere von dieser oder jener Seite her gegen die materialistische Weltanschauung einzuwenden hat. Wer dasjenige, was durch die sogenannte naturwissenschaftliche Weltanschauung, die behauptet, einzig und allein auf dem Boden wahrer, wirklicher Tatsachen zu stehen, heraufgekommen ist, wirklich überschauen kann, der muß sich sagen: Nur dann kann eine geisteswissenschaftliche Weltanschauung, wie sie hier in diesen Vorträgen immer wiederum vertreten wird, gewachsen sein den Anforderungen der gegenwärtigen Naturwissenschaft, wenn sie sich im vollsten Sinne des Wortes mit dieser Naturwissenschaft so auseinanderzusetzen versteht, daß diese Naturwissenschaft dabei zu ihrem vollen Rechte kommt.

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