8. Was ist am Menschenwesen sterblich?
Goethe steigt der Gedanke auf, daß die menschliche Seele, wenn sie sich selbst zu erfassen versucht, in sich gewahr wird, wie sie Anlagen und Befähigungen hat, welche sie durchaus nicht in einem Menschenleben zur vollen Entwickelung und Entfaltung bringen kann; und nun kommt Goethe aus der Tiefe seines Wesens und zugleich aus dem, was ich gestern «die tragende Kraft des deutschen Geistes» nannte, das Wort herauf: Wenn die Natur mir solche Anlagen verliehen hat, welche nicht in diesem Leben befriedigt werden können, so ist sie verpflichtet, mir nach dem Tode ein anderes Leben anzuweisen, wo diese verschiedenen Anlagen wirklich zur Entfaltung kommen können.
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