8. Was ist am Menschenwesen sterblich?
Wenn wir die menschliche Seele betrachten in ihrem Leben, so wie sie sich äußert, so tritt sie uns gewissermaßen in drei Äußerungsweisen entgegen: als denkende Seele, als fühlende Seele, als wollende Seele. Nun ist ja hier in diesen Vorträgen öfter auseinandergesetzt worden, daß der Weg der Geisteswissenschaft in die geistigen Welten hinein darin besteht, daß in den Tiefen der Seele liegende Kräfte aus ihr hervorgeholt werden, um Denken, Fühlen und Wollen zu einer hohen Ausbildung, zu einer schärferen intensiveren Berätigung zu bringen als derjenigen, in der sie gewöhnlich sind, damit sie durch diese Ausbildung, durch diese Betätigung zu Organen werden können, die den Menschen nicht nur befähigen, das Physische zu ergreifen, sondern ihn befähigen zum Ergreifen des Geistigen, das überall um uns herum ist. Nun geht aber die gewöhnliche Betrachtung, die sich über das Sterbliche und Unsterbliche im Menschenwesen klar werden will, zumeist davon aus, daß sie dieses Sterbliche und Unsterbliche der Seele betrachtet und sich nun fragt: Ist in diesem Denken, Fühlen und Wollen irgend etwas zu finden, was verrät, daß der Mensch aus dem Sterblichen ins Unsterbliche etwas hineinzutragen vermag?