8. Was ist am Menschenwesen sterblich?

GA 64/1915-02-26/p019 ·1915-02-26 · original (original)
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Dasjenige, was uns schicksalsmäßig geschehen ist, von dem lernen wir sagen: Wir haben es uns selbst zugefügt; wir waren in jedem einzelnen Schlage unseres Schicksals darin. Der Wille des Menschen — das kann wiederum nur die Erfahrung zeigen — wird dadurch, daß er so sein Schicksal als mit seinem eigenen Wesen voll identisch ergreift, daß er seinen Willen, indem er sein Schicksal will, ganz besonders verstärkt, — der Wille des Menschen wird, indem er so erstarkt wird, zu demjenigen, was sich nun auf eine andere Art, als das vorher beim Denken charakterisiert worden ist, gewissermaßen loslöst von dem Menschen, wie er dasteht vor anderen. Während wir das Denken durch die Konzentration aus uns herausgetrieben haben, gelingt es uns bei einer solchen Verstärkung des Willens, wie sie geschildert worden ist in dem Ergreifen des Schicksalsgedankens, daß wir in etwas hineingehen, was außer uns liegt, was, wie wir sagen, uns zufällt. Wir treten in etwas ein mit unserem Willen, das wir sonst der Außenwelt zuschreiben. Wenn wir so den Willen stählen, ihn stärken, intensiv machen, dann kommt es dazu, daß wir eine zweite geisteswissenschaftliche Erfahrung machen. Sie besteht darin, daß der sich verstärkende Wille sich nun wiederum wie selbständig macht von unserem Wesen und nachzieht dem Denken, das aus uns herausgegangen ist. Und dadurch sind wir imstande, dieses Denken, welches zu ersterben droht infolge der ersten Erfahrung, vom Willen aus zu verstärken.

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